robert walser - mikrogramme - das kleine welttheater
Uraufführung mit Genehmigung der Robert-Walser-Stiftung, Zürich.
Unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin
und des Schweizerischen Botschafters in Deutschland.
In winzigster Bleistiftschrift verfasste der Schweizer Dichter Robert Walser zwischen 1926 und 1933 die sogenannten „Mikrogramme“. Die im April 2005 in Deutschland, der Schweiz und Dänemark gezeigte Uraufführung von Christian Bertram bringt in einem polyszenischen Theater erstmals eine Auswahl von 16 Minidramen und Dramoletten auf die Bühne: als ein Welttheater im Kleinen.
Premiere am 14. April 2005, Berlin
in der Probebühne Cuvrystraße
Bisher wurden über 22 Aufführungen in Deutschland, der Schweiz und Dänemark realisiert.
Aufführungen 2006 (50. Todestag des Autors):
Kopenhagener Walser-Tage 14.-17.09.2006
veranstaltet von der Schweizerischen Botschaft in Kopenhagen
Teatermuseet i Hofteatret
Christiansborg Ridebane 18, 1218 København K.
Freitag, 15. September 2006, 20 Uhr
Dritter Herisauer Robert Walser-Sommer
Krombachkapelle, Psychiatrisches Zentrum Herisau, Schweiz
12.,13.,14.,15.,16. Juli 2006, 19.30 Uhr
Regie und Gesamtleitung | Christian Bertram |
Dramaturgie und Produktion | Simone Bernet |
Musik | Hans-Peter Kuhn |
Bühne | Max Dudler |
Kostüm | Gisela Pestalozza |
Maske | Cornelia Wentzel |
Licht | Boris Kahnert |
Ton | Florian Matzku |
Bühnentechnik | Kersten Tschernay |
Bühnenassistenz | Kerstin Eichner |
Regieassistenz | Karina Krakowczyk |
Assistenz Bühne | Susanne Raupach |
Rundfunkgespräch Info Radio RBB
Es spielen:
Astrid Gorvin, David Imhoof, Christina Kraft, Tilmar Kuhn, Marcus Reinhardt, Dominik Stein, Kaspar Weiss und Sabine Werner
Der Dichter Robert Walser (1878-1956), der zu den wichtigsten Autoren des letzten Jahrhunderts gehört, verfasste zwischen 1926 und 1933 auf hunderten von losen Zetteln, Briefumschlägen und Visitenkarten in winziger Schrift Prosastücke, Gedichte und dramatische Szenen: die Mikrogramme, die 2005 nach 19jähriger Entzifferung durch Bernhard Echte und Werner Morlang vollständig veröffentlicht wurden.
Der Regisseur Christian Bertram präsentiert nun zum ersten Mal mit einem deutsch-schweizerischen Ensemble einen Zyklus von 16 Dramoletten und Minidramen als ein Welttheater im Kleinen.
Zeitalter und Epochen verdichten sich zu einer Parabel des Lebens und der Kunst. Man begegnet den für Walser typischen, sonderbaren und abenteuerlichen Geschöpfen: Marta im Park, dem Zimmermädchen im Hotel, einer zum Hungern verurteilten Chinesin, Lizzy aus Missouri, dem Lächler, Irma und ihrem Retter im Grunewald, Napoleon im Liebestaumel, Lady und Lord in London, Casanova in Venedig.
Die Kabinettstücke Walsers erinnern an Bilder der Kleinmeister in der Malerei, an das italienische Maskenspiel oder an den amerikanischen Vaudeville. Alles unterliegt einer uneigentlichen Bestimmung, ist wie es ist – nur ein klein wenig anders. Tragisches wandelt sich in Aberwitzig-Komisches und Beglückendes, Traum und Wirklichkeit durchdringen sich. Beiläufige Ereignisse werden zum Gegenstand unbeschwerten Experimentierens um die Rollen, die das Leben selbst schreibt. Die Aufführung ist ein weiterer Beleg für die praktische Philosophie Robert Walsers, ein Plädoyer für die Kraft des Zarten und eine Ästhetik des Offenen.