HERMANN MELVILLE - CLAREL

Premiere am Mittwoch, 11. November 2009, in der Max-Taut-Aula, Berlin-Lichtenberg.

Die Uraufführung basiert auf dem Versepos 'CLAREL', dem bedeutungsvollsten Werk Herman Melvilles, des Autors des berühmten 'Moby Dick'. Es zählt zur umfangreichsten Dichtung der amerikanischen Literatur. Melville schrieb in seinen späteren Jahren von einer schweren Schaffenskrise geplagt und nach Rückkehr von seiner Erholungsreise ins Heilige Land an ihr über zehn Jahre. Das Versepos aus dem Jahr 1876 ist von erstaunlicher Aktualität und Zeitnähe. Sie thematisiert den rasanten gesellschaftliche und industriellen Umbruch des 19. Jahrhunderts, der seine tiefen Wirkungen auf jeden Einzelnen nimmt. Der Verlust der Historizität geht mit demjengen von Spiritualität und einer dadurch veränderten Wahrnehmung von Raum und Landschaft einher. Am exemplarischen Schauplatz der göttlichen Leidens‐ und Heilsgeschichte thematisiert Melville den Mythos Palästinas als verheißenes und gelobtes Land. In den Verwüstungen der Region sah er die drohenden Verhängnisse des neuen Zeitalters gespiegelt und fand die Bestätigung seiner eigenen Zweifel an der Bestimmung Amerikas als neues Jerusalem. Melville besingt und befragt in 'Clarel' weitsichtig das Geschick des Menschen in der Moderne und in einer des Glaubens entleerten Zeit . Unter der Inszenierung von Christian Bertram und in der Übersetzung von Rainer G. Schmidt gelangte dieses Werk 2009 erstmals auf die Bühne.

AUFFÜHRUNGEN: 12., 13., 14., 15. Nov. u. 8., 9. Dez. 2009 / 18., 19., 20., 21. März 2010, jeweils 19.30, MAX-TAUT-AULA BERLIN

American Palestine - Eine Reise im heiligen Land

Theater_Melville_Clarel.pdf
Presseinformation zur Inszenierung

Zum VIDEO-GESPRÄCH von Globe-M mit dem Regisseur Christian Bertram und Ausschnitten von den Proben

.

Es spielen
Judith Grassinger, Arnim Beutel, Jochen Könnecke, Stefan Peetz, Matthias Schuppli

Inszenierung: Christian Bertram | Dramaturgie: Simone Bernet | Bühnenbild: Frank Holldack | Musik: Dietrich Petzold | Lichtdesign: Boris Kahnert | Kostüm: Gisela Storch-Pestalozza | Maske: Cornelia Wentzel | Bühnentechnik: Kersten Tschernay

[Mehr Informationen dazu...]

Herman Melville Special I und II

Begleitend zu den Aufführungen fand am 14., 15. Nov. 2009 und am 20. März 2010 mehrtägig Melville-Specials mit Spiel- und Experimentalfilmen von Jonathan Parker und Klaus Wyborny, Lesungen, Konzerten von Bob Rutman auf den Fährten Melvilles sowie Vorträgen und einer Podiumsdiskussion statt, zu der sich Melville-Biografen, Übersetzer, Publizisten und Wissenschaftler zusammenfinden.
Teilnehmer waren: Rainer G. Schmidt (Autor & Übersetzer von 'Clarel'), Prof. Dr. Richard Faber (Literatur‐ und Religionssoziologe), Friedhelm Rathjen (Autor und Melville-Übersetzer), Prof. Dr. Gudrun Krämer (Islamwissenschaftlerin), Dr. Gesine Palmer (Religionsphilosophin), Prof. em. Heinz Ickstadt (Amerikanist), Christian Bertram (Regisseur und Autor)

[Mehr Informationen dazu...]

Presseinformation_Klaus_Wybornys_BARTLEBY_22.02.2010.pdf
Pressedossier_MELVILLE_SPECIAL_PODIUM_20032010.pdf



Herman Melville
Geboren 1819 als zweiter Sohn des Kaufmanns Allan Melville und der aus einer holländisch-amerikanisch Familie stammenden Maria Gansevoort arbeitete nach dem frühen Tod des Vaters zunächst in einer New Yorker Bank, traf dann jeodch bald eine Lebensentscheidung: Er ging zur See. Das Leben auf Handelschiffen und als Walfänger inspirierten seine ersten erfolgreichen Südsee-Romane. Sein heute berühmtester Roman wurde bei seinem Erscheinen 1851 gnadenlos von der amerikanische Kritik verrissen. Auch seine folgenden literarischen Arbeiten war kein besseres Glück beschieden. Melville arbeitete in den letzten Jahrzenten seines Lebens als Zollinspektor im Hafen von New York. Gleichwohl blieb er literarisch aktiv und verfasste das gigantische Versepos "Clarel" und daraufhin "Billy Bud", heute ein Werk der Weltliteratur.

Der Regisseur Christian Bertram wurde 1952 in Berlin geboren und studierte Theaterwissenschaften, Germanistik und Geschichte. Er inszenierte u.a. Samuel Beckett, Pierre Corneille, Paul Celan, Robert Walser mit Aufführungen in der Schweiz, Dänemark und Berlin und zuletzt Pierre Klossowski.

Wir danken für ihre Unterstützung der Stiftung der Deutschen Klassenlotterie Berlin, dem Metropolitan Space Laboratory, der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH., der Berliner Volksbank, Gewerbesiedlungs-Gesellschaft mbH (ORCO-GSG) und dem Neuen Deutschland
Partner: Kunst- und Kulturamt Lichtenberg | Max-Taut-Schule

Produziert von mahagonny - Theater Kunst Kulturarbeit Berlin e.V.